Arbeit ist für alle wichtig - 3. Flüchtlingsdialog dreht sich um Arbeit und Beschäftigung

Kürzlich fand im Bürgertreff der Gemeinde Unterensingen der „Dritte Flüchtlingsdialog“ statt, welcher vom Arbeitskreis Asyl organisiert wurde. An dem Abend ging es um Fragen rund um die Arbeit wie zum Beispiel: Welche Bedeutung hat Arbeit für jeden von uns? Welche Arbeit können und dürfen Flüchtlinge in den verschiedenen Stadien der Anerkennung aufnehmen? Wie ist der jeweilige Versicherungsstatus? Wie ist das Genehmigungsverfahren? Wie kann bei der Stellensuche unterstützt werden?
Nach einer Begrüßung durch Birgit Seefeldt, Vorsitzende des Arbeitskreises Asyl und Gemeinderätin, führte – wie bei den vorigen Flüchtlingsdialogen auch – Andreas Beier durch die lebhafte Diskussion. Zunächst wurden unterschiedliche Aspekte vom Arbeitsplatz als grundlegendes menschliches Bedürfnis erarbeitet: eigene Gaben einbringen, Beitrag zur Gesellschaft leisten, Selbstverwirklichung, Hilfe für Andere, Geld verdienen, Sinn stiftend, Ergebnisse erzielen, Kommunikation, Entwicklung ermöglichen.
Im Rahmen einer Bestandsaufnahme stellte Seefeldt dar, dass derzeit 28 Flüchtlinge in der Anschlussunterbringung in Unterensingen leben. Sie kämen aus Afghanistan, Gambia, Pakistan und Syrien. Zudem lebten 48 Asylbewerber in der Erstunterbringung, sie kämen aus Indien und Nigeria. Im laufenden Jahr sind laut Verteilungsschlüssel des Landkreises weitere 20 Flüchtlinge zu erwarten.
Sieben Flüchtlinge waren anwesend, was den Abend zu einem sehr praxisbezogenen Dialog werden ließ. Vorgestellt wurden zwei Mentoren des Arbeitskreis Asyl, die als Ansprechpartner für die Bewohner einer Unterkunft zuständig sind. Sie begleiten diese in allen Fragen des Alltags, sei es bei Bankgeschäften, Gesprächen mit dem Telefonanbieter, dem Ausländeramt, der Besuch bei Ärzten oder vielem anderen. Der Arbeitskreis Asyl sucht noch weitere Mentoren, die diese wichtige Aufgabe als Hilfe zur Integration übernehmen.  
Im Mittelpunkt stand dann die zentrale Frage: Wie kann Flüchtlingen der Zugang zu Arbeit ermöglicht werden? Frau Fischer von der Agentur für Arbeit erläuterte die sehr umfänglichen gesetzlichen Vorgaben und Zuständigkeiten: Flüchtlinge mit einer Aufenthaltsgestattung oder Duldung würden von ihr betreut. Die Aufnahme einer Arbeit müsste von der Ausländerbehörde genehmigt werden.
Sind die Flüchtlinge anerkannt, wechselt die Zuständigkeit von der Agentur für Arbeit zum Jobcenter. Arbeitsstellen müssten dann nicht mehr von der Ausländerbehörde genehmigt werden. Immer wieder wurde hierbei klar, dass komplexe Vorschriften und lange Genehmigungsverfahren durch die Ausländerbehörde einer schnellen Aufnahme von Arbeit oft entgegenstehen, selbst wenn in einem konkreten Fall ein spezifisches Angebot für eine Person vorliegt.
Trotz dieser Vorschriften und mehrmonatiger Genehmigungsverfahren können jedoch immer wieder Arbeitsplätze vermittelt werden. Im Anschluss wurden solche Fälle einer erfolgreichen Vermittlung vorgestellt, welche meist auf Initiative einzelner Personen zustande kamen. Sowohl seitens der Arbeitgeber als auch seitens der beschäftigten Personen wurde dabei der Erfolg der Zusammenarbeit hervorgehoben.
Nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung nutzen die Anwesenden noch die Gelegenheit für einen Dialog untereinander, um Erfahrungen und Ideen auszutauschen. Man lernte sich gegenseitig besser kennen, was die Sinnhaftigkeit dieser Plattform des „Flüchtlingsdialogs“ unterstrich und den Abend passend abschloss.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0